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Abtreibung - Pro und Contra deluxe

Autor: Test author, Zuletzt aktualisiert: 26.05.2020

Wer kennt sie nicht – die Pro-und-Contra-Liste, auf der in wichtigen Lebenssituationen all die Argumente gesammelt werden, die für oder gegen eine bestimmte Entscheidung sprechen. 

Es ist also nicht verwunderlich, dass auch Du zu Stift und Papier (oder aber zu Tastatur, Handy oder der „inneren Zwischenablage“) greifst, um in einer für Dich so weitreichenden und wichtigen Entscheidung Sortierung zu finden: Was sind die Argumente für und gegen einen Schwangerschaftsabbruch? 

Eine so persönliche Angelegenheit können wir nicht mit einer Aufzählung von allgemeingültigen „Vor- und Nachteilen einer Abtreibung“ abhandeln – denn die Pro- und Contra-Argumente eines Schwangerschaftsabbruchs werden immer ganz eng an Deine momentane Lebenssituation gebunden sein und an all die Gedanken und Sorgen, die Dich ganz individuell in Deiner Schwangerschaft bewegen. 

Wir bei Pro Femina haben aber schon mit sehr vielen Frauen gemeinsam überlegt, was bei einem Schwangerschaftsabbruch dafür oder dagegen spricht und dadurch einen reichen, lebensnahen Erfahrungsschatz. Wagen wir uns in diesem Artikel einmal gemeinsam hinein in diesen Spagat, das Pro und Contra einer möglichen Abtreibung individuell für Dich zu „aufzulisten“.


1. Die Pro-Contra-Liste – was kann sie?
2. Argumente für und gegen eine Abtreibung – ein Versuch

  • Am liebsten würde ich die Zeit zurückdrehen…
  • Verflixte Beziehungskisten… da passt kein Kind.
  • Ich hatte alles ganz anders geplant.
  • Schule, Studium, Ausbildung, Beruf – ich muss mich (zuerst) um meine berufliche Zukunft kümmern.
  • Ich / Wir schaffen das nicht (auch noch).
  • Ich habe Angst – und weiß nicht wie das gehen soll.

3. Die Pro-Contra-Liste steht – und nun?
4. Was die Pro-Contra-Liste nicht kann
5. Nochmal mit jemand anderem draufschauen

1. Die Pro-Contra-Liste – was kann sie?

Die Pro-Contra-Liste ist eine altbewährte und sehr bekannte Methode, um die eigenen Gedanken zu sortieren, wenn eine Entscheidung ansteht und uns die Gedanken dazu im Kopf nur so herumrasen. Sie kann uns helfen, einen Ausstieg aus dem Gedankenkarussell zu finden.

Dabei ist sie vor allem ein Werkzeug des Verstandes. Sie kann auflisten, sortieren, Gedanken in Worte fassen, … – und bleibt trotzdem so oft irgendwie unvollständig.

Das mag daran liegen, dass die Pro-Contra-Liste eben vieles kann – aber einiges auch nicht. Vieles findet auf dem Papier keinen Platz: Das Herz beispielsweise – wie buchstabiere ich meinen Herzschlag? Das, was mich ausmacht? Das, wonach ich mich innerlich zutiefst sehne oder wovor ich mich fürchte?

Und doch hat gerade das Herz Argumente, die ins Gewicht fallen. Die vielleicht ein Gegengewicht sein würden für jede noch so lange und ausgefeilte Contra-Liste des Verstandes. Es gibt ein Zitat von dem Philosophen und Literaten Blaise Pascal, das diese Wahrheit so treffend in Worte kleidet: „Das Herz hat seine Gründe – die der Verstand nicht kennt.“ 

Wenn wir uns also nun daran machen, Argumente für und gegen Abtreibung zu sammeln, dann dürfen wir uns das immer wieder ins Gedächtnis rufen: Eine solche Liste ist eine gute erste Sortierung der Gedanken – aber vieles von Dir findet darauf einfach keinen Platz. Sie darf also ein Anfang sein – aber eben nicht alles.

2. Argumente für und gegen Abtreibung – ein Versuch:

Anhand der häufigsten Sorgen, mit denen sich viele schwangere Frauen an uns wenden, und den Lösungsideen, die sie für sich gefunden haben, wollen wir nun den Versuch starten, die Argumente zu sammeln, die in Dir vielleicht pro und contra Schwangerschaftsabbruch sprechen.

Um es für Dich ein wenig übersichtlich zu gestalten, sind die möglichen Argumente thematisch in sechs Gruppen unterteilt. Nicht in jedem Gedanken wirst Du Dich wiederfinden – aber vielleicht in dem ein oder anderen.

Jedem möglichen Argument Pro Schwangerschaftsabbruch werden, wenn Du draufklickst, zwei mögliche Contras entgegenstehen, damit Du – sollte Dich das Pro betreffen – wählen kannst, ob auch eine der gegenüberstehenden Contra-Formulierung zu Dir und Deinen Gedanken passt.

Am liebsten würde ich die Zeit zurückdrehen …
Ich möchte, dass meine Situation so bleibt, wie sie vorher war … und die Abtreibung ist der einzige Weg dorthin.
  • Ich spüre innerlich, dass das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren wird – so sehr ich es mir auch wünsche. Diese große Entscheidung kann sehr prägend sein. Was würde eine Abtreibung wohl mittel- und langfristig für mich bedeuten – für mich als die, die ich bin; die, die ich sein möchte; als Frau; in der Partnerschaft; (zukünftig) als Mutter?
  • Aber vielleicht wird mir der Gedanke folgen, ob nicht genau dieses Kind mit mir / mit uns leben sollte, uns anvertraut war … und zwar genau jetzt. Kann es Sinn machen – und wenn ja, welchen? – dass diese Schwangerschaft genau jetzt in mein Leben tritt?
Ein kurzes Augen-zu-und-durch und dieser Entscheidungskampf ist endlich überstanden – ich kann nicht mehr.
  • Welche Stimme in mir entscheidet dann? Und welche wird damit überrannt? Welchen Stimmen in mir möchte ich die Gestaltung meines Lebens anvertrauen – den Ängsten, der Erschöpfung … oder meinem innersten Ich, das zwar erschöpft ist, aber doch kämpft?
  • Wie würde es sich wohl anfühlen, wenn ich jetzt mein Herz aussperre, im Augen-zu-und-durch-Modus los marschiere, den Eingriff vornehmen lasse … mein Herz zuhause aus der Erstarrung erwacht – und fühlt? Vielleicht könnte ich diesem Punkt in der Liste das Wort Zeit gegenüber setzen: Zeit, in der alle Stimmen in mir ausreden dürfen, allen Gedanken nachgedacht und allen Gefühlen nachgespürt werden darf.
Verflixte Beziehungskisten … da passt kein Kind!
Mein Partner will das Kind nicht – und ich will ihn nicht verlieren.
  • Was ist, wenn er nur aus Angst vor der großen Verantwortung im Moment so ablehnend ist und einfach Zeit braucht, um sich an den großen Gedanken zu gewöhnen? Vielleicht geht es ihm ganz genauso wie mir … Und wie wichtig wäre es dann, dass ich uns diese Zeit freikämpfe?
  • Wird unsere Partnerschaft nach einer Abtreibung wieder so sein wie zuvor? Vor allem, wenn ich ‚ihm zuliebe‘ diesen Schritt gehe. Einen Schritt, der vielleicht gar nicht spurlos an meinem Herzen vorbeigeht? Werde ich ihm das je verzeihen – oder mir selbst? Muss nicht mein Herz in dieser Entscheidung Platz finden?
Unsere Partnerschaft ist noch viel zu frisch / es kriselt / vieles ist ungeklärt / sie ist zerbrochen.
  • Vielleicht liegt in diesem gemeinsamen Kind, der gemeinsamen Verantwortung, der gemeinsamen Ausrichtung sogar eine (neue) Chance für uns? Eine Chance, einander durch dieses Kind ganz neu kennen zu lernen, zusammen zu wachsen und aus alten Mustern heraus- und in neue Liebe und Verantwortung hinein zu wachsen?
  • Und wenn ich das Kind und dieses unklare ‚Uns‘ einmal getrennt betrachten würde – welche Entscheidung passt ganz grundsätzlich zu mir als Frau und dem, wie ich selbst mein Leben führen möchte?
Ich hatte alles ganz anders geplant.
Ich kann meinem Kind doch (noch) gar nichts bieten und habe so viele andere Pläne …
  • Hoppla – wo ist mein Selbstbewusstsein geblieben? Ich habe viel zu geben: Liebe, Wärme, Schutz, ein liebendes Herz, unter dem dieses Kind sicher wäre, meinen starken Willen ... Und was noch fehlt, könnte ich nachholen.
  • Hört mit diesem Kind wirklich all das auf, was ich mir ersehnt und geplant habe? Kann ich nicht auch (oder gerade!?) mit Kind Veränderung und Erfüllung leben – im Regen tanzen, die Welt bereisen, ausbrechen, heimkehren, träumen, sehnen, wagen, gewinnen und verlieren, Fehler machen, Versöhnung suchen … Ich bleibe doch ich! Mir bleibt immer die Freiheit, mein Leben zu formen und zu leben, wie es meinen ureigenen tiefsten Werten, Sehnsüchten und Träumen entspricht. Auch in dieser Frage – und auch mit diesem Kind.
Ich bin viel zu jung / zu alt für ein Kind.
  • Was bedeutet eigentlich zu jung? Zu wenig reif? Oder noch zu viel anderes, was eigentlich vorher kommen sollte? Aber wenn ich ehrlich bin – zu reifen bleibt sowieso eine Lebensaufgabe und dabei kann ich an diesem Kind vielleicht sehr schnell wachsen … Und all meine Träume: Wer sagt, dass ich die mit Kind nicht leben kann, wenn ich stark und mutig bin? Zeit für Mut-Ausbrüche!“
  • Zu alt? Vielleicht bin ich nicht mehr ganz so energiegeladen (man könnte auch sagen: unruhig, getrieben) wie noch vor zehn Jahren. Dafür aber bin ich innerlich gesetzt, in mir angekommen, gelassener. Und ich weiß, wie der Hase läuft – ich bin lebenskompetent und gerade das wäre vielleicht ein gutes Gegengewicht zu meiner Angst. Ich darf ohne Angst, selbstbewusst und zuversichtlich in mich hineinspüren in dieser Frage – schließlich ist man doch nur so alt, wie man sich fühlt.
Schule, Studium, Ausbildung, Beruf: Ich muss mich (zuerst) um meine berufliche Zukunft kümmern.
Ich gehe noch zur Schule / studiere / bin mitten in der Ausbildung.
  • Vielleicht kann ich mir Zeit nehmen, um erst einmal mit einem Vertrauenslehrer oder der Studentenvertretung ins Gespräch zu gehen und Infos zu sammeln, wie und ob nicht meine Schullaufbahn / mein Studium auch mit diesem Kind vereinbar wäre?
  • Studieren mit Kind, kurzes Aussetzen bei der Ausbildung, Abi mit Babybauch… Man hört immer wieder, dass das geht! Warum also nicht bei mir? Was bräuchte ich dafür – und wer kann mir helfen?
Gerade erst habe ich in meinem Traumjob angefangen / bin noch in der Probezeit / bin aufgestiegen / habe besondere Verpflichtungen in meinem Job.
  • Als Schwangere habe ich Rechte, die mich schützen. Das Mutterschutz-Gesetz gibt es ja nicht umsonst – damit bin ich doch gut abgesichert in meinem Job! Schließlich zahlen unsere Kinder später die Rente all der Kollegen und Chefs … Es ist also nur rechtens, dass ich als Frau keinen Nachteil befürchten oder Angst haben muss, meinen Job zu verlieren, wenn ich mich für ein Kind entscheide.
  • Ich hätte noch einige Monate Zeit, um im Gespräch mit dem Chef gute Übergangs- und Zwischenlösungen für meine Elternzeit zu überlegen. Und vielleicht lernen dann ja auch einmal die Kollegen, Verantwortung zu übernehmen. Meine wichtigen Lebensentscheidungen möchte ich eigentlich nicht nach meiner Arbeitsposition ausrichten. Mein aktueller Job soll nicht der Grund für eine Entscheidung sein, mit der ich dann mein ganzes Leben lang leben werde.
Ich / Wir schaffen das nicht (auch noch).
Ich bin mit dem Kind, das schon da ist / den Kindern, die schon da sind, bereits am Ende meiner Kräfte. Wie soll ich es mit einem weiteren Kind schaffen, allen gerecht zu werden?
  • Aber bliebe mein grundsätzliches Gefühl der Überforderung oder der Unzufriedenheit nicht nach der Abtreibung trotzdem? Würde es vielleicht sogar verstärkt, weil ich dieses Kind nicht im Leben willkommen heißen konnte? Könnte nicht stattdessen womöglich genau diese „Krise“, diese unerwartete Schwangerschaft der Anlass werden, dank dem sich etwas grundsätzlich ändert? Der Wendepunkt, ab dem ich für mich Hilfe in Anspruch nehme?
  • Ich habe bereits „Mama-Erfahrung“ – ich kenne das Spiel… Ich bin in meiner Erfahrung also ein gutes Stück mehr „Profi“ als noch vor xyz Jahren. So leicht haut mich nichts mehr um. Die Großen könnten vielleicht schon helfen … Und Contra Abtreibung: Meinem Herzen mache ich nichts vor – gerade als Mama weiß ich ganz genau, was aus diesem noch so Kleinen einmal Großartiges werden könnte…
Mein / Unser Geld reicht ja jetzt schon kaum. Wie soll das erst mit einem (weiteren) Kind machbar werden?
  • In Deutschland gibt es doch eigentlich ein gutes und tragfähiges soziales System – vielleicht kenne ich noch nicht alle meine Rechte, Ansprüche und Familien-Unterstützungs-Leistungen, die mir zustehen. Kann ich mich einmal dazu beraten lassen?
  • Ich darf mich erkundigen, informieren, unterstützen lassen – und eventuell auch über meinen Schatten springen und private oder öffentliche Hilfe, Förderung und Beistand annehmen. Wir Familien brauchen einfach die Unterstützung der Gesellschaft – das ist nur fair, denn unsere Kinder werden bald die Stützen der Gesellschaft sein!
Ich habe Angst – und weiß nicht, wie das gehen soll?
Ich bin / wäre alleinerziehend – wie soll ich das (auch noch) schaffen?
  • Wenn heute jede fünfte Mutter ihre Kinder alleine erzieht … dann ist es ja zumindest möglich, oder? Vielleicht nicht das, was ich mir erträumt habe und sicher auch kein Zuckerschlecken; aber denkbar und lebenswert? Muss es nicht längst gute Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung geben? Und kann nicht auch eine so innige Zweisamkeit eine Farbe des Glücks für mich tragen? Oder gar einen ganzen Regenbogen?
  • Ist als Alleinerziehende die Geschichte denn wirklich schon zu Ende? Kann ich nicht auch als Mama einer (neuen / alten) großen Liebe begegnen – und Partnerschaft und Familie für mich und dieses Kind bauen? Wer weiß – vielleicht gibt es ein (Patch-Work-)Happyend in drei Jahren, mit Traumpartner, diesem Kind und vielleicht ein oder zwei weiteren … Das Leben ist unvorhersehbar – will ich also diese große Entscheidung heute nur aus meiner Angst heraus treffen?
Ich habe psychisch / körperlich schon so lang und mit so vielem zu kämpfen – ich kann mir in meinem gesundheitlichen Zustand nicht vorstellen, auch noch für ein Baby zu sorgen.
  • Andererseits: Wer weiß, welche ungeahnten Kräfte eine Schwangerschaft und ein Kind in mir wecken könnten. Welche inneren und äußeren Prozesse, die ich schon so lange durchkämpfe, sich dadurch weiterentwickeln könnten. Vielleicht kann ich gerade in einer solchen Lebensaufgabe auch eine ganz neue Kraft zur Veränderung finden.
  • Wenn ich diese ‚Anfrage des Lebens‘ in enger Zusammenarbeit und Überprüfung mit meinen behandelnden Ärzten / Therapeuten angehe und auch rechtzeitig Möglichkeiten der Unterstützung anfrage und erhalte – vielleicht gesunde ich an und mit diesem Kind?

 

3. Die Pro-Contra-Liste steht – und nun? 

Vielleicht hast Du Dich in einem Rutsch durch die lange Liste der Sorgen, Ängste, Gedanken und vorsichtiger erster Lichtblicke gekämpft… Oder Du hast Deine Liste immer wieder ein paar Tage ruhen lassen und sie hat Dich eine ganze Weile beschäftigt. 

So oder so – Du darfst stolz auf Dich sein; und dranbleiben. Jeder Tag und jeder Gedanke, den Du in dieser inneren Anspannung in Dir aushältst und bei dem Du ehrlich zu Dir bleibst, wird Dich einer guten Entscheidung näher bringen, die wirklich Dir und Deinem Herzen entspricht. 
Einer Entscheidung, die sich als tragfähig erweisen wird, weil sie gereift ist – und mit der Du auch in einem, drei oder zehn Jahren friedvoll und mit erhobenem Kopf leben kannst.

Es ist dabei wichtig, dass Du Dir Zeit nimmst, um Dich ganz behutsam und ehrlich in dieser großen Frage mit Dir selbst auseinanderzusetzen: Mit all Deinen Gedanken und Sorgen, den Sehnsüchten, den Träumen, mit all dem, was Dir wichtig ist. 

Diese „Diskussion pro contra Schwangerschaftsabbruch“ mit Dir selbst sollte, darf und kann nicht mit einer Liste aufhören! Sondern Dich von hier aus tiefer und tiefer hinein tragen in die Fragen, die Du hier einmal begonnen hast zu sammeln. Nimm Dir dabei all die Zeit, die Dir in diesem wichtigen Entscheidungsprozess zusteht.

4. Was die Pro-Contra-Liste nicht kann

Vielleicht bist Du nun auf der Suche nach Fragen, die Du Dir noch stellen könntest. Aber manchmal ist es so, dass Fragen nur unseren Verstand ansprechen – ebenso wie eine Liste. Du aber bist eine Frau aus Verstand, Körper und Seele. Bleib deswegen neben dem Verstand auch auf der Suche nach Deiner Intuition und Deinem Herzen. Auf der Suche nach dem Vertrauen in die eigene Stärke, die Dich hat werden lassen, wer Du heute bist. Und wer Du sein und bleiben möchtest.

Diese innere Stimme, die Dir verlässlicher Wegweiser ist – die braucht vielleicht gerade jetzt nach der ‚großen Liste‘ eine Gedankenpause, um sich Raum zu machen. Um zu spüren statt zu denken. Das lohnt sich, denn das Herz spricht zwar meistens leiser als der Verstand, bleibt jedoch für den Rest des Lebens Dein innigster Begleiter, der Kern Deines Wesens und das Zentrum Deiner Kraft und Freiheit. 

Die Melodie und die Sprache Deines Herzens passen vielleicht nicht so einfach auf eine Liste – aber sie sollten dennoch Raum und Gehör finden in dieser großen Entscheidung. Denn die Wege, die das Herz uns führt, mögen zwar vielleicht nicht immer die einfachsten sein – doch immer die richtigen: Die Wege, die zu uns passen, die Wege, die uns stolz machen, und die Wege, die uns zu denen werden lassen, die wir sein können. 

All die Umstände, Argumente und Sorgen dagegen, mit denen sich die Vernunft befasst, bleiben veränderbar. Hier lässt uns das Leben auch immer Möglichkeiten der Gestaltung und Entscheidung. Manches ändert sich früher oder später sogar von allein, verliert seine Stacheln oder lässt sich zu Teilen verwandeln.

5. Nochmal mit jemand anderem darauf schauen

Um eine gute Entscheidung zu treffen und sicher sein zu können, dass man alles in den Blick genommen und sich auch selbst nicht angeschwindelt hat, kann es sehr hilfreich sein, sich mit jemand anderem darüber auszutauschen. Am besten mit jemandem, mit dem ich in keiner direkten Beziehung stehe, und der kein persönliches Interesse am Ergebnis meiner Entscheidung hat. 

Vielleicht kann es auch Dir jetzt guttun, Dich mit einer Expertin in Verbindung zu setzen – einer erfahrenen Beraterin, die schon mit vielen Frauen in einer ähnlichen Situation gesprochen oder geschrieben hat und die sich gerne Zeit für Dich nimmt. Mit ihr könntest Du auf Deiner Pro-und Contra-Liste in Sachen Abtreibung einen Punkt nach dem anderen durchleuchten und ihre reiche Erfahrung für Dich in Anspruch nehmen. 

Je nachdem, wie es Dir am liebsten ist, kannst Du das Pro Femina-Beratungsteam auf folgende Weise erreichen: 

  • Mach den Abtreibungstest und erhalte eine ausführliche persönliche Rückmeldung.
  • Schreibe eine E-Mail an info@profemina.org. Gerne kannst Du auch Deine persönlichen Notizen einfach schon mitschicken. 
  • Ruf kostenfrei an unter 08000 606067 (D) oder 08000 6060670 (A & CH). Wir sind Montags bis Freitags von 8:30 Uhr bis 17:30 Uhr für Dich da. 
  • Falls Du lieber erst schriftlich einen Telefontermin vereinbaren willst oder die Uhrzeiten für Dich ungünstig sind, schreib uns auch einfach eine E-Mail.